Biennale: Natur wird Kunst

Nach wie vor sind die Länderpavillons in den Gardini ein zentraler Ausstellungsort der Biennale von Venedig. In diesem Jahr waren die meisten Kunstpräsentation der einzelnen Länder enttäuschend und oft nichtssagend, es gab einige Ausnahmen. Besonders beeindruckt hat mit der Pavillon der Niederlande, er wurde gestaltet mit den Werken von Herman de Vries. Unter dem Titel «to be always to be» stellt er Fundstück aus der Natur aus.

Herman de Vries wurde am 11. Juli 1931 in Alkmaar geboren und lebt heute in Deutschland. Sein Atelier befindet sich in Eschenau in Unterfranken. De Vries war ursprünglich Gärtner und arbeitete in den 60iger Jahren am Institut für angewandte biologische Forschung. Seit 1953 begann er künstlerisch zu arbeiten und schuf Gemälder, Collagen, Textilen, Skulpturen und Installationen. Aktuell steht bei ihm die Natur und dabei vor allem die Pflanzen eine wichtige Rolle in seinen Werken. Er arbeitet mit getrockneten Pflanzen, Mineralien und objet trouvés unterschiedlicher Art.

Eine seiner zentralen Annäherungen an die Natur sind die «Ausreibungen». Dazu nimmt er Erde und reibt sie mit dem Finger auf Papier. Über 8000 Erden hat de Vries in seinem Leben gesammelt. (auf die Bilder klicken zur Vergrösserung der Darstellung).

Seine «Ausreibungen» wirken wie eine Sammlung von Bildern von Mark Rothko.  An der Biennale sind es 84 verschiedene Bilder mit Erde aus der ganzen Welt, das erste Bild links oben ist aus Erde des Ufers des Baikalsees und das letzte Bilder der obersten Reihe zeigt das Erdbild der Twannbachschucht in der Schweiz (Umgebung von Biel).

Herman De Vries ordnet, isoliert und sammelt seine Fundstücke und stellt sie in neuen Zusammenhängen aus. Was mit allen Sinnen – den Augen, Ohren, Nasen und dem Körper erfahrbar ist. Ein Auswahl davon zeigt der über 80 jährige Künstler in Venedig, dessen Lagunen er ebenfalls nach Fundstücken aus der Natur durchsuchte und die gesammelten Stücke präsentiert.

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Diese Bildreihe wurde aus Fundstücken der Lagunen von Venedig gestaltet. Er nennt es Journal, unter anderem mit den 35 verschiedenen Algenarten, die in den Lagunen vorkommen.

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Ein Ausschnitt des Journals mit Muscheln und anderen Fundstücken.

Drei Bilder von de Vries «Rasenstücken», inspiriert von Albrecht Dürers  Zeichnung «das grosse Rasenstück».

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108 Pfund getrocknete Rosenknospen in der Mitte des holländischen Pavillons.

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